Kompression zur Unterstützung der Venen

Warum sind Venen wichtig?

Venen sind für die Zirkulation des Blutes im Körper verantwortlich. Angetrieben durch den Herzschlag, der das Blut pumpt, fließt das Blut durch die Venen in alle Bereiche des Körpers. Je weiter Weg das Körperteil vom Herzen entfernt ist, umso wichtiger ist die Arbeit der Venen. Im Fall der Beine sorgen unsere Venen dort dafür, dass das Blut zum Herzen zurückfließen kann. Wer sich wenig bewegt, viel steht oder sitzt verursacht täglich einen erheblich Arbeitsaufwand für das Venensystem.  

Kann in den Beinen die Wadenmuskelpumpe den Abtransport des Blutes nicht mehr zufriedenstellend unterstützen, dehnen sich den Venen aus und die Venenklappen funktionieren nicht mehr. Ergebnis sind schwere und müde Beine, Schwellungen sowie ggf. das Einschneiden von Socken oder Schuhen ins Gewebe. Dies sind eindeutige Anzeichen. Mit der Zeit können Besenreiser, Krampfadern oder ein „offenes“ Bein die Folge sein.

Was versteht man unter Kompressionstherapie?

Ziel der Kompressionstherapie ist es mittels Druck von außen den Abfluss des Blutes in Richtung Herz im Venensystem zu fördern. Sie wird am häufigsten von Venenärzten (Phlebologen) eingesetzt. In der Regel erfolgt die Behandlung mit Hilfe medizinischer Kompressionsbekleidung, wie zum Beispiel Strümpfen, Strumpfhosen oder Armlingen.Ob allein oder in Kombination mit anderen Therapieformen – die Kompressionstherapie ist eine Basisbehandlung in der Phlebologie. Sie wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Venensystems und des Lymphsystems angewendet, von Krampfadern, über die chronische venöse Insuffizienz bis hin zu Lipödem und Lymphödem. Darüber hinaus setzen Ärzte die Kompression auch präventiv ein, etwa um einer Venenthrombose vorzubeugen.

Wie funktioniert die Kompressionstherapie

Die kontrollierte Druckausübung von außen auf das Gewebe und das darin liegende Venensystem zeichnet die Kompressionstherapie aus. Ziel ist es den Durchmesser der Venen zu verkleinern, um die Blutzirkulation zu fördern.

Durch das zusammenpressen der Venen erhöht sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes. Das heißt, der Rückfluss von Blut zum Herzen wird verbessert und der Blutdruck im Venensystem an sich erhöht. Eine der häufigsten Venen-Erkrankungen ist die chronische venöse Insuffizienz. Der schnellere Blutfluss beugt einer Venenthrombose vor und den Abbau von ggf. bereits gebildeten Blutgerinnseln. Hinzukommt, dass durch die Verengung des Venendurchmessers sich die Venenklappen wieder besser schließen. Im übertragenen Sinne, kann man sich diese Venenklappen als Rückschlagventil vorstellen – sie verhindern, dass das Blut in den Beinvenen rückwärts fließen kann. Bei chronischen Insuffizienzen der Venen oder Krampfadern sind diese Venenklappen defekt.

Ein weiterer Effekt, der durch die Kompressionstherapie entsteht, ist, dass prinzipiell mehr Flüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe aufgenommen werden kann. Ödeme (Wassereinlagerungen) und Schwellungen der Beine gehen also ebenso zurück. Zugleich wirkt sie der Entstehung neuer Ödeme und Schwellungen entgegen.

Wann kommt die Kompressionstherapie zum Einsatz?

Die Kompressionstherapie wird in verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt:

  • Zur Linderung akuter Beschwerden
  • Vorbeugung von Folgeerkrankungen und Komplikationen
  • Heilungsprozess beschleunigen
  • Prävention gegen Venenleiden

Typische Situationen in denen die Kompressionstherapie empfohlen wird:

 

Ödeme

  • zur Behandlung eines Lymphödems
  • zur Therapie des Lipödems, einer krankhaften Vermehrung des Unterhautfettgewebes
  • bei Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen (Ödeme) während der Schwangerschaft
  • bei Ödemen, die nach Operationen und in Folge von Lähmungen entstehen können

Krampfadern

  • als symptomatische Therapie bei einem Krampfaderleiden (Varikose)
  • bei Krampfadern in der Schwangerschaft
  • im Anschluss an diverse operative Eingriffe zum Erhalt der Venen-Gesundheit

Thrombose

  • zur Behandlung einer tiefen Beinvenenthrombose
  • zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Thrombose-Risiko
  • zur Prävention und Therapie des postthrombotischen Syndroms
  • zur Therapie oberflächlicher Thrombosen innerhalb einer Krampfader

Chronische venöse Insuffizienz (CVI)

  • als Basistherapie in allen Stadien der chronischen venösen Insuffizienz
  • zur Vorbeugung der schwerwiegendsten venösen Insuffizienz dem sogenannten Unterschenkelgeschwür (venösen Ulcus cruris)
  • Unterstützung der Heilung beim „offenen Bein“ (Ulcus cruris)

Wie kommen Kompressionsstrümpfe zum Einsatz?

Es gibt verschiedene Arten Venen-Erkrankungen zu behandeln zu denen auch operative Methoden gehören. Grundsätzlich erfolgt die Behandlung so lange wie möglich mit medizinischen Kompressionsstrümpfen. Diese sind alltagstauglich und können von den meisten Personen auch selbstständig zu Hause oder unterwegs durchgeführt werden. Bei Kompressionsstrümpfen gibt es vier verschiedene Modelle:

  • Knie- bzw. Wadenstrumpf (AD)
  • Schenkelstrumpf (AG)
  • Strumpfhose

Alle Modelle weisen einen klar definierten Druckverlauf entlang des Beins auf. Diese Struktur und Vorgaben hinsichtlich der verschiedenen Kompressionsklassen ist von allen Herstellern verpflichtend einzuhalten.  Konkret bedeutet dies, dass der Kompressionsdruck von unten nach oben immer weiter abnimmt – von 100 Prozent in der Knöchelregion über 70 Prozent im Bereich der Wade auf nur noch 40 Prozent am Oberschenkel.

Bildnachweis: www.medi.de

Kompressionsstrümpfe sind in vier Kompressionsklassen (KKL) eingeteilt:

Kompressionsklasse I

leichter Druck von 18-21 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg)

Kompressionsklasse II

mäßiger Druck von 23-32 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg)

Kompressionsklasse III

kräftiger Druck von 34-46 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg)

Kompressionsklasse IV

sehr kräftiger Druck von 49 mmHg und mehr

Einsatzgebiete von Kompressionsstrümpfen sind:

  • Venentherapie
  • Medizinische Thrombose-prophylaxestrümpfe
  • Klinische Kompression
  • Reisestrümpfe
  • Wundbehandlung
  • Ödemtherapie

Fälschlicherweise werden Kompressionsstrümpfe mit Stützstrümpfen gleichgesetzt. Beim medizinischen Kompressionsstrumpf handelt es sich um medizinisches Hilfsmittel, das nur vom Arzt verordnet werden kann. Mit der entsprechenden Verordnung wird dann im Sanitätshaus, wie dem unseren, Ihre Versorgung individuell angemessen und besprochen.  Stützstrümpfe sind im Gegensatz dazu ohne ärztliche Verordnung erhältlich und eignen sich nur für Venen-gesunde Personen. Wir beraten Sie gern!

Welchen Kompressionsstrumpf brauche ich?

Der benötigte Druck wird von der Art und Schwere der Venenerkrankung bestimmt. Grundsätzlich führen wir alle vier Druckklassen und Arten von Kompressionsstrümpfen. Abhängig davon, wo genau die Venen geschädigt sind und wie stark diese ist, kommen unterschiedlich lange Kompressionsstrümpfe zum Einsatz.

Unsere Sanitätshaus-Teams am Königsplatz und in Göggingen sind im Bereich der Kompressionstherapie speziell ausgebildet und beraten Sie hochkompetent. Jetzt anrufen!

Die richtige Kompressionsversorgung

Kompressionsstrümpfe gibt es in allen Formen, Farben, für Mann und Frau, für Jung und Alt sowie speziell für Schwangere. Früher als sogenannter „Gummistrumpf“ verschrien, sind die heutigen Kompressionsstrümpfe nicht nur modisch, sondern bieten auch einen hohen Tragekomfort. Ist der Strumpf richtig angepasst, entfaltet er seine volle Wirkung – sofortige Entlastung und Erleichterung für Ihre Beine. Optisch nähern sie sich zunehmend Nylon an. Um das Anziehen zu erleichtern, gibt es zusätzlich diverse Alltagshelfer in Form sogenannter „Anziehhelfer“.
 

Bildnachweis: www.medi.de

Wie kann ich meine Venen noch unterstützen?

Bleiben Sie in Bewegung! Radeln, Spaziergehen, Schwimmen und Fitness fördern Ihre Muskulatur und damit die Fähigkeiten Ihrer Venen. Bauen Sie in ihren Alltag kleinere Übungen wie z.B. Sitzgymnastik ein. Dazu gehört das Wippen und Kreisen der Füße, krallen Sie Ihre Zehen zusammen, Waden an- und entspannen, Beine zwischendrin hochlegen, warm-kalte Wechseldusche von Fuß bis Oberschenkel.  So entlasten und aktivieren Sie die Venen.

Besonders an heißen Tagen hilft viel trinken zusätzlich. So wird der Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen ausgeglichen und die Durchblutung wird angeregt.

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